Erneuerbare Energien 

Kennzeichen der Nutzung Erneuerbarer Energien ist es, dass natürliche Energieströme der Ökosphäre entnommen werden können und nach Erfüllung der Energiedienstleistung wieder an die Umwelt zurückgegeben werden. 
Zur Generierung steht die unerschöpfliche Kraft der Sonne bereit, eines gigantischen Fusionsreaktors, der seit Jahrmilliarden aus sicherer Entfernung die Erde mit Energie versorgt und weiterhin versorgen wird. Praktisch alles Leben auf der Erde bezieht seine Energie aus der Kraft der Sonne. Pflanzen wachsen in der Sonnenstrahlung und bauen so Biomasse auf. Tier und Mensch benutzen diese Biomasse als Nahrung und verwerten so die in ihr gespeicherte Solarenergie. Gleiches gilt, wenn Biomasse technisch genutzt wird. Das dabei freigesetzte Kohlendioxid wird im Kreislauf geführt, da es von den nachwachsenden Pflanzen wieder aufgenommen wird. Die Sonne treibt auch das Wetter an, sorgt für Wind und Niederschläge und schafft so die Voraussetzung für Wind- und Wasserkraft. Sonnenkollektoren, solarthermische Kraftwerke und Solarzellen nutzen die Sonnenstrahlung direkt ohne den Umweg über ein anderes Medium. Wärmepumpen können unter Einsatz von weiterer Energie die Umgebungswärme nutzen. Schließlich kann man auch die Erdwärme anzapfen, eine Erneuerbare Energie, die aus der Wärme des radioaktiven Zerfalls im Erdinneren stammt.

 

Geothermische Energie

Können Sie sich vorstellen, mit kaltem Wasser Ihre Wohnung zu heizen oder daraus warmes Wasser für die Dusche zu produzieren? Dieser scheinbare Widerspruch ist ein Teilaspekt der Nutzung der Geothermie, der Wärmeenergie der Erde. Denn Wasser aus Tiefen bis 100 m, das mit Temperaturen von 8 bis 12 °C für den Menschen offenbar kalt ist, enthält doch eine Menge Energie aus dem Erdinnern, die zum Heizen genutzt werden kann. Mit Hilfe einer Wärmepumpe lässt sich diese Energie dem Wasser entziehen und einem Heizsystem zuführen. Anschließend wird das Wasser wieder in den Kreislauf zurückgeführt und kann sich in den tiefen Gesteinsschichten erneut erwärmen.
  
Nahezu unerschöpfliche Potenziale
Ob kurz unter der Erdoberfläche oder in großen Tiefen, ob in Wasser- oder in Gasform gespeichert: Die Nutzungsmöglichkeiten der Erdenergie sind vielfältig. Sie ist immer und überall vorhanden und enthält ein nahezu unerschöpfliches Potenzial, das sich leicht erschließen lässt. In Nordrhein-Westfalen bemüht sich die Landesregierung um eine effiziente Nutzung sowohl der oberflächennahen als auch der tiefen geothermischen Potenziale. Im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW wurde im Februar 2000 die „Branchen- und Technologieinitiative Geothermie" gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Industrie, Handwerk und Forschung die unerschöpflichen Energiequellen unter unseren Füßen zu nutzen. Und dies nicht nur, um Energie zu sparen und unser Klima zu schützen, sondern auch, um langfristig die Energiekosten gering zu halten, neue Märkte zu erschließen und Arbeitsplätze zu schaffen.
  
Nutzung schon heute
Vor diesem Hintergrund konnten bereits zukunftsweisende Projekte initiiert werden. So lagen dieses Jahr  beispielsweise die Ergebnisse der Potenzialstudie Geothermie NRW" des Geologischen Dienstes vor, die flächendeckend für das ganze Land untersuchte, wo Geothermie sinnvoll genutzt werden kann. Und schon heute gibt es in Nordrhein-Westfalen einige Projekte, die die Nutzung der Geothermie eindrucksvoll vorstellen. Zum Beispiel werden in Werne in Westfalen oder in Dortmund ganze Siedlungen mit Energie aus Erdwärmesonden beheizt. Und für die Nutzung von Grubenwasser bestehen in NRW mit seiner langen Bergbautradition ungeahnte Möglichkeiten.